Die Berufszufriedenheit der Deutschschweizer Lehrerinnen und Lehrer


In regelmässigen Abständen will der Dachverband Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH) in Erfahrung bringen, wie es seinen Mitgliedern im Beruf ergeht. Die Beteiligung mit über 15'000 auswertbaren Online-Fragebogen war bei der letzten Durchführung 2014 so hoch wie nie zuvor. Abgefragt wurde die Zufriedenheit bezüglich 68 Aspekten des Lehrberufs.


Die Gesamtzufriedenheit der Lehrerinnen und Lehrer von 4.3 auf einer Skala von 1 bis 6 liegt auch diesmal relativ tief, nur leicht höher als 2006 (4.1). Die Gründe für das ernüchternde Resultat sind der Lohn, die Lohnentwicklung und die Umsetzung schulischer Reformen. Auch die Rahmenbedingungen für die individuelle Förderung der Schülerinnen und Schüler wird als ungenügend beurteilt. Zwei Drittel der Befragten erkennen insgesamt eine Kluft zwischen Berufsauftrag und äusseren Erwartungen an die Schule einerseits und den bereit gestellten Ressourcen andererseits. Die Befragung macht deutlich, dass sehr viele Lehrpersonen diese Kluft individuell durch eine Reduktion ihres Pensums reduzieren. Tatsächlich hält der Trend zu individuellen Reduktionen des Pensums weiter an, wodurch die Organisation innerhalb eines Lehrerteams herausfordernder wird.


Dennoch würden 82% der Lehrpersonen ihren Beruf erneut wählen und 87% bezeichnen sich als insgesamt zufrieden. In erster Linie nähren Lehrpersonen ihre Zufriedenheit im Kerngeschäft Unterricht und Klasse – aber auch in den Wahlmöglichkeiten bezüglich Pensum und Unterrichtsstufe. Die leichte Steigerung der Berufszufriedenheit ist vor allem auf diese Aspekte zurückzuführen. Auch die Schulsozialarbeit und schulische Unterstützungsangebote tragen zu dieser Steigerung bei. Die Befragung liefert zudem Hinweise, dass die Schulleitung eine entlastende Wirkung auf die Lehrpersonen haben kann. Viele problematische Rückmeldungen belegen aber, dass die Schulleitung noch nicht überall etabliert ist und auch Quelle von Unzufriedenheit sein kann.


Die Studie legt eine Reihe von Disfunktionalitäten an den Schulen offen. Die Empfehlungen an den LCH und die kantonalen Lehrerverbände, an die Bildungsdirektionen sowie an die Schulleitungen und Behörden setzen in erster Linie daran an, die Kluft zwischen Berufsauftrag und bereit gestellten Ressourcen zu schliessen, sodass ein Vollpensum wieder leistbar ist.


Im Auftrag des Dachverbandes Lehrerinnen und Lehrer Schweiz (LCH)

1990 / 2001 / 2007 / 2014


Bericht 2014

Bericht 2007






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